Nachbericht: Deutsche Meisterschaften des DVG

Es ist die Vielfalt. Die Leidenschaft. Die Gefühlsexplosion. Die Liebe zum Tanzen. All dies hat die 31. Deutschen Meisterschaften im Garde- und Schautanzsport zu einem ganz großen und besonderen Tanzfest gemacht. Schauplatz: Die Stadthalle im schwäbischen Lauingen. Mit dabei: Die besten Garde- und Schautänzer des DVG in der Hauptklasse. In neun abwechslungsreichen Disziplinen zeigten sie dem tanzbegeisterten Publikum, wie unterschiedlich die Tanzstile in unserem wunderschönen Sport sind und mit welcher Freude sie den Tanzsport leben. Der TV Lauingen mit seiner Tanzsportabteilung „Tanztreu“ kümmerte sich liebevoll um seine Gäste. Die Abteilung feierte in diesem Jahr fünften Geburtstag und gab alles, um es dem Publikum und den Aktiven so schön wie möglich zu machen. 

Wie immer mit dabei: Maskottchen Danny Dancer.

Gleich zu Beginn des Turniers gab es eine Neuerung: Zum ersten Mal war die Meisterschaft auf nur zwei Tage statt drei komprimiert, weshalb die Jugendklasse am Samstagvormittag und die Hauptklasse am Samstagnachmittag startete. Nachdem die Jugend hervorragende Leistungen gezeigt und damit die Messlatte ganz schön hochgelegt hatte, folgte ab 16 Uhr die Hauptklasse. Zu Eröffnung erklangen neben der Deutschen Nationalhymne, standesgemäß gespielt von der Stadtkapelle Lauingen, Whitney Houstons „One moment in time“. Einmarsch der Aktiven und der Wertungsrichter, Grußworte und Fahnenhissen – das stimmte die Zuschauer auf die bevorstehenden Wettkämpfe ein. Als ganz besonderer Gast konnte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann begrüßt werden, der noch nie bei einer Deutschen Meisterschaft des DVG war. Er zeigt sich beeindruckt und sagte „Die Einsätze, die beim Tanzsport gezeigt werden, sind ganz besondere.“ DVG-Präsident Lothar Müller eröffnete das Turnier und schon ging’s los.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann begrüßt als Schirmherr die Gäste der DM.

Schautanz Modern

 

Das Turnier startete mit den kraftvollen Modern-Tänzen. Knallbunt, topfit und hochmotiviert legten die sechs qualifizierten Gruppen Party pur und Lebensfreude aufs Parkett. Der Titel-Favorit vom TSC Darmstadt 2000 musste gleich als erster Starter das Turnier eröffnen. Im Vorjahr noch auf dem dritten Platz waren die „Dragons“ in dieser Saison ungeschlagen. Ihr starker und stolzer Ausdruck, coole Effekte und extrem viel Bewegung auf der Bühne bescherten der Gruppe den verdienten Titel. Trotz der wahnsinnigen Kraftanstrengung, die für so einen Tanz nötig ist, sahen alle Tänzer der 20-köpfigen Gruppe unangestrengt aus, was sie von allen anderen unterschied. Auf Platz zwei schaffte es die „Formation Panthera“ des TSC Schwarz-Gold Frankfurt, die besonders mit einem hohen technischen Schwierigkeitsgrad punktete. „Wir haben keine besonderen Ausfälle zu vermerken und wenn die Neven bei allen standhalten, sollte hier einiges möglich sein“, sagte TSC-Chef Stephan Karaiskos Garde & Show vor dem Turnier. Er behielt Recht und so konnten sie ihren Vizemeistertitel vom Vorjahr verteidigen. Besonders glücklich über ihren dritten Platz waren die „Funky Dancers“ des TSV Taufkirchen. Trainerin Céline Lang sagte Garde & Show: „Die Saison lief super für uns, wir haben noch nie so hohe Punkte bekommen und spielen endlich wieder oben mit. Wir hatten das Training nochmal angezogen und eigentlich schon mit der Qualifikation zur DM unser großes Ziel erreicht.“ Entsprechend befreit und ohne Druck ging die Gruppe in ihren Tanz, hatte sichtlich viel Spaß, präsentierte sich sehr synchron und bildete eine gute Einheit. 

Die "Dragons" des TSC Darmstadt 2000.

Schautanz Duo

 

Weiter ging es mit den Schauduos. Vier tolle Paare hatten sich in der ersten Liga bewiesen und für die Meisterschaft qualifiziert. Wie erwartet sicherten sich Madelein Burkerth und Michelle Mostberger (TSV GymTa-Session Altlußheim) mit ihrem Tanz „On heavens door“ den Platz ganz oben auf dem Treppchen. Mit ihrer Darbietung zwischen Himmel und Hölle zeigten sie Technik in Perfektion und anspruchsvolle Hebefiguren, bei denen 100 Prozent Vertrauen nötig ist. Die beiden Tänzerinnen funktionieren einfach großartig zusammen. Trainer Christian Karamanis sagte bescheiden: „Wir haben uns schon ein wenig Hoffnung auf den Titel gemacht, aber wie in jedem Wettkampf zählt die Tagesform.“ Die beiden Tänzerinnen werden ihre Duokarriere nun beenden, aber der Gruppe weiterhin im Freestyle und Modern erhalten bleiben. Platz zwei sicherten sich Dalina Kuhlmann und Kevin Ulrich (TSA d. OSC 04 Rheinhausen) mit „Not without my daughter“, womit sie sich im Gegensatz zum Vorjahr nochmal um einen Platz nach oben steigern konnten. Das Paar tanzt bereits im neunten Jahr zusammen. Durch ihre dramatisch vertanzte Geschichte, in der sich eine Frau von ihrem Mann befreit, um mit ihrer Tochter vom Iran zurück nach Amerika zu gehen, wurde man einfach mitgerissen. „Die Saison lief für uns sehr durchwachsen, da man das Thema schlecht verstanden hat. Wir konnten zu Beginn nicht die optimale Leistung abrufen, aber zum Schluss ging es steil bergauf“, verriet Kevin Ulrich Garde & Show. „Mittlerweile haben wir alles erreicht, weshalb wir jetzt einfach nur noch für uns tanzen und uns von dem Druck befreien konnten.“ Dritter wurden Julia Eisen und Xenia Isabell Lämmle (TSA d. TSV 1882 Raunheim). Auf das Lied „Eiserner Steg“ von Philipp Poisel zeigten sie einen Tanz, der wirklich noch verdient hat, Tanz genannt zu werden. Ohne Kulisse, ohne Schnick-Schnack, einfach unaufgesetzt, pur und vollkommen zauberten sie eine wundervolle Choreografie auf die Bühne, die mitten ins Herz traf. Somit konnten sich auch die beiden Tänzerinnen vom undankbaren vierten Platz im Vorjahr auf das Treppchen kämpfen. 

Madelein Burkerth und Michelle Mostberger mit "On heavens door".

Gardetanz Marsch

  

Im Marsch gingen wie schon seit vielen Jahren die „Tigers“ vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt als absolute Titel-Favoriten an den Start und wurden dieser Rolle in Perfektion gerecht. „Hier konnten wir uns eigentlich nur selbst schlagen“, sagte Stephan Karaiskos Garde & Show. „Wir hatten in dieser Saison das erste Mal die Traumwertung von 300 Punkten bekommen und der Durchschnitt lag bei 297 Punkten. Mehr kann man nicht wollen.“ Doch die Tänzerinnen wollten mehr, nämlich den nächsten Deutschen Meistertitel. Hochkonzentriert, mit ihrem unvergleichbaren Zack und Selbstbewusstsein bewiesen sie, dass sie im Marsch einfach die Besten sind. Eine Überraschung gab es auf dem zweiten Treppchenplatz. Die Ranglisten-Vierten „Unlimiteds“ der TG SSV Raunheim / TuS Rüsselsheim / TV Hausen ließen sich von lautstarker Unterstützung tragen. Letztes Jahr tanzte die Gruppe noch im DVG-Pokal und dieses Jahr sicherte sie sich den Vizemeistertitel. Sie überzeugten insbesondere mit einer sauberen Ausführung und schönen Reihen. Den dritten Platz schafften die Vorjahreszweiten „Moonlights“ der TG TSC 1996 Hofheim & TG Liederbach. Auf eher klassische Musik präsentierten sie sich mit viel Spaß und Willensstärke. Ihr Tanz wirkte leicht und fröhlich. Für viele der Tänzerinnen war es die letzte Deutsche Meisterschaft, da sich die Gruppe anschließend auflösen wird. Sie konnten den Tanz offenbar noch einmal richtig genießen und wurden mit dem dritten Platz belohnt.

Die "Tigers" vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt.

Gardetanz Solo

  

Nach der ersten Pause ging es mit den Solistinnen im Gardetanz weiter. Auch hier wurde die Favoritin ihrer Rolle gerecht: Nina Zoranovic vom Jügesheimer Sport- und Kulturverein Rodgau. Trainerin Jana Einloft sagte: „Mich beeindruckt insbesondere, wie bodenständig Nina ist. Sie würde trotz ihres Erfolges niemals abheben.“ Die 18-Jährige hat gerade ihr Abitur geschrieben, was sie in ihrem Training aber keinesfalls störte. Sie kam schon mit dieser Energie auf die Bühne, die sich bei ihr durch den ganzen Tanz zog. Sie hat einfach alles: Kraft, Beweglichkeit und die Kondition, die es ihr erlaubt, bis zum Schluss zu strahlen. Den zweiten Platz sicherte sich Katharina Schreiner vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt, womit sie sich im Gegensatz zum Vorjahr um einen Platz steigerte. Auch sie bringt eine tolle Power mit auf die Bühne und punktete ganz besonders mit ihrer Sprungkraft. Überraschend Dritte wurde Leonie Klein, ebenfalls vom Jügesheimer Sport- und Kulturverein Rodgau. Die 16-Jährige gewann die Rangliste in der 2. Bundesliga und musste sich bei der DM das erste Mal der gesamten Konkurrenz aus der 1. Liga stellen. „Leonie genießt es total, dass auf einmal so viele Leute mit ihr mitfiebern und ihr sagen, wie toll sie ist. Das trägt sie und motiviert sie unheimlich. Sie ist auf einmal so präsent, wenn sie an der Spitze mittanzt. Das hat sie aber auch sehr nervös gemacht“, erzählte Trainerin Jana Einloft. Bei der Siegerehrung konnte sie ihren Freudentränen endlich freien Lauf lassen. 

Nina Zoranovic, Jügesheimer Sport- und Kulturverein Rodgau.

Schautanz Freestyle

  

Eine der choreografisch kreativsten und anspruchsvollsten Disziplinen schloss sich an die Gardesolos an: Der Freestyle. Zum zwölften Mal verteidigte die „Formation Futuro“ des TSV GymTa-Session Altlußheim ihren Titel. „Die Saison war der Wahnsinn!“ schwärmte Trainer Christian Karamanis stolz. „Bis auf kleine Wehwehchen waren alle die ganze Zeit fit. Wir haben die maximale Anzahl der Ranglistenpunkte erreicht. 900 Punkte, was heißt, wir haben drei Mal die maximale Punktzahl von 300 erreicht. Das haben wir noch nie geschafft.“ Die Gruppe, die seit 13 Jahren unangefochten auf Platz eins steht, ließ es sich erneut nicht nehmen, alles, was die tänzerische Kreativität hergeben kann, auf die Bühne zu zaubern. Sie Tänzerinnen sind einfach eine Einheit. Sie präsentierten auf eine Version des Liedes „I am what I am“ einen ganz eigenen Stil und stachen nicht nur damit, sondern auch mit höchstem technischen Anspruch heraus. Der zweite Platz ging an die „Twinkle Diamonds“ der TSA d. TSV 1882 Raunheim. Sie legten eine enorme Steigerung zum Vorjahr hin, wo sie bei der DM noch fünfte wurden. Starke Figuren, dramatische Musik, aber auch Synchronität und perfekt inszenierte Ausstrahlung sicherten ihnen dieses Mal den Vizemeistertitel. Dritte wurde die „Dance Energy“ der TSA d. TSG 1885 Neuenhain. „Wir sind ja erst im zweiten Jahr überhaupt in der Hauptklasse und haben diese Saison das erste Mal Freestyle getanzt. Wir sind gemeinsam gewachsen und die Harmonie ist einfach da“, sagte Trainerin Hannah Krieger Garde & Show. Für ihr Training hatten sie ein ganz besonderes Geheimrezept: zwei Springer, die Ausfälle auf jeder Position sofort ersetzen konnten. Trotz einiger Verletzungen konnte somit immer sichergestellt werden, dass die Gruppe funktioniert. Tolle Heber, für die es sogar Szenenapplaus gab, mitreißende Musik und irgendetwas zwischen Verzweiflung und Hoffnung riss das Publikum mit.

Die "Formation Futuro" vom TSV GymTa-Session Altlußheim.

Gardetanz Polka

  

Im Gegensatz zum klaren Favoriten beim Freestyle sollte es bei der Polka spannend werden. Die Saison gestaltete sich als ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den „Tigers“ aus Frankfurt und „Footloose“ aus Jügesheim. Den Kampf konnten die „Tigers“ für sich ausmachen, womit sie ihren Titel ebenfalls erneut verteidigen konnten. Der Tanz hatte viele Wow-Momente und eben diesen bereits erwähnten Zack, den nur die Frankfurter mitbringen. Auch Jügesheim zeigte Kampfgeist. Vielleicht wollten die Tänzerinnen aber einfach zu viel und wurden dadurch leicht unsauber. Wobei dies wirklich Meckern auf hohem Niveau ist. Auch sie präsentierten sich mit einer tollen Ausstrahlung und wunderschön vertanzten Formationen. Große Freude gab es bei dem dritten Platz, den „Topolinos“ der TG TSC Hofheim 1996 & TG Liederbach. Trainer Mark Schmoll hatte sich zwar das Treppchen gewünscht, aber nicht wirklich damit gerechnet: „Wir hatten dieses Jahr wirklich Anlaufschwierigkeiten. Nach der Saison machen wir immer eine kleine Pause, Entspannung und alternatives Training mit anderen Sportarten. Diese Phase war dieses Jahr irgendwie zu lang.“ Ranglistenplatz vier war in der Saison das Ergebnis. Auch im Vorjahr wurde die Gruppe Vierte bei der DM. Zum Saisonende konnte jetzt also noch einmal eine deutliche Steigerung hingelegt werden. 

Die "Tigers" vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt.

Schautanz Solo

 

Im Schautanz Solo wurde es dramatisch. Die jungen Frauen lassen bei ihren Tänzen tief in ihre Seele blicken. Durchstarterin Mischell Hohler (TSV GymTa-Session Altlußheim), die im letzten Jahr mit ihrer Partnerin noch Meisterin bei den Duos wurde, bewies, dass sie es auch alleine kann. Mit „I’m not going“ präsentierte sie sich als starke Frau, die alles andere als ans Aufhören und Nachlassen denkt. Mit den schönsten Fußspitzen des Turniers, ganz ohne Kulisse, dafür mit umso stärkerer Mimik sowie Akrobatik- und Turnelementen verdiente sie sich den Titel, nachdem sie in der 2. Liga die Rangliste gewonnen hatte. Damit wird sie wohl im nächsten Jahr auch noch einmal die 1. Bundesliga aufmischen. Trainer Christian Karamanis: „Wir sind mehr als zufrieden, vor allem wenn man bedenkt, dass wir erst relativ spät mit der Choreografie begonnen haben. Für Mischell war eigentlich ein Duo mit unserer ehemaligen Solistin Kristina Lier geplant. Da sich Kristina aber leider einer schweren Hüpft-OP unterziehen musste, haben wir kurzfristig ein Solo einstudiert.“ Auf Platz zwei schaffte es Ranglistensiegerin Melissa Erbes (TSA d. TSV 1882 Raunheim), die sich im letzten Jahr noch mit dem vierten Platz zufriedengeben musste. Als „Sammlerstück“ stellte sie einen Schmetterling dar, der einfach nur frei sein will, wegen seiner Seltenheit aber dazu verdammt ist, im Museum zu versauern. Melissa hatte am Anfang ihres Tanzes mit Musikproblemen zu kämpfen. Die Musik stoppte und die Tänzerin brach in Tränen aus. Sie durfte jedoch nochmal starten, was ihr einen neuen Motivationsschub gab. Nach dem Motto „Jetzt erst recht“ wirbelte sie hoch professionell über die Bühne, als wäre nichts gewesen. Dritter wurde der einzige Mann im Bunde, Kevin Ulrich (TSA d. OSC 04 Rheinhausen) mit „The swan“. Darin vertanzte der 26-Jährige die Geschichte von Schwanensee. Sprungkraft ist seine große Stärke und die technisch hervorragende Ausbildung. „Es ist schwierig für mich als Mann, mich gegen die weibliche Konkurrenz durchzusetzen“, sagte er Garde & Show. „Sachen wie Sprungkraft werden bei Männern vorausgesetzt, aber auch wir müssen dafür hart trainieren. Mit Schwanensee wollte ich eine neue Herausforderung und mal austesten, wie viel ich aus meiner klassischen Ballettausbildung noch kann.“ 

Mischell Hohler mit "I'm not going".

Schautanz Charakter

  

Beim Charakter wurde das Publikum noch einmal richtig mitgerissen. Wie im Musical zogen die Tänzerinnen und Tänzer in großen Gruppen und mit faszinierenden Kulissen und Requisiten ihre Zuschauer in den Bann. Am besten schaffte das der TSC Darmstadt 2000 mit „Marie Curie“. Trainer Patrick Giebenhain: „Wir haben nochmal gezielt an unseren Schwachstellen gearbeitet, um dieses Wochenende 100 Prozent zu geben. Zwei Jahre hatten wir mit dem Charakter pausiert und sind nun zurück. Ich hatte als Trainer nach 13 Deutschen und fünf Europameistertiteln einfach eine Pause benötigt. Wir hatten mit der neuen Hauptklasse im Charakter nur das Ziel, uns zu qualifizieren und das haben wir nun natürlich weit überschritten und sind sehr stolz darauf.“ In ihrem Tanz schafften sie es, mit einer großartigen Hauptrolle das Leben der Marie Curie darzustellen, von der Entdeckung des Radiums und der Radioaktivität bis zu dem Punkt, wo die Entdeckung sie kaputtmachte. Das Thema war perfekt inszeniert und eine Hommage an die große Wissenschaftlerin. Letztes Jahr noch Dritte, schaffte die TSA d. TSG 1885 Neuenhain dieses Jahr den Sprung auf den zweiten Platz mit „LIFE auf Sendung“, worin sie den Film „Truman Show“ vertanzten. „Es geht um Freiheit, die der Fernsehstar Truman will, trotz des Scheinwerferlichtes und dem Schein der Fernsehwelt. Deshalb auch Life mit F und nicht mit V, was ja eigentlich ein Fehler ist“, sagte Trainerin Hannah Krieger. „Es ist einer meiner Lieblingsfilme und wir wollen mit unseren Tänzen immer eine Botschaft transportieren. Das haben wir damit denke ich ganz gut geschafft. Der Zuschauer soll mitfühlen.“ Auf Platz drei landete der Tanz „Villa Sonnenschein?“ des KTC Bornheim. Hierin kritisierten die Tänzer die Zustände in Altersheimen. Der verrückte Opa, der ins Pflegeheim soll, wird nett begrüßt und aufgenommen, doch hinter den Mauern der Seniorenresidenz zeigen sich die schlimmen Seiten. Schöner Schein der Villa Sonnenschein so zu sagen. „Alt werden ist die Pest“ war das Fazit des verrückten Opas, der auf keinen Fall in so einem Heim enden wollte.

Der TSC Darmstadt 2000 mit "Marie Curie". 

Schautanz mit Hebefiguren

  

Als letzte Disziplin des Tages startete kurz vor 23 Uhr der Schautanz mit Hebefiguren mit hochgestapelten Pyramiden, spektakulären Würfen und Figuren. Die Favoriten: Gastgeber „Tanztreu“ vom TV Lauingen. Trainerin Tanja Seifried sagte: „Es hätte diese Saison nicht besser für uns laufen können. Jedes Turnier, an dem wir angetreten sind, konnten wir gewinnen.“ So gewannen sie auch den Deutschen Meistertitel. Trotz kleinerer Unsicherheiten und gefallenen Hebefiguren zeigten sie den höchsten Schwierigkeitsgrad und die beste Show. Die Masse an Tänzern verzieh die kleinen Fehler. Souverän auf Platz zwei tanzte sich die Showformation vom CC Bäumenheim, die in diesem Jahr erstmals bei der Deutschen Meisterschaft dabei war. Sie bewiesen Nervenstärke und, dass sie nicht nur heben, sondern auch richtig gut tanzen können. Sie stellten riesige Bilder, bei denen nicht eine Hebefigur misslang. Sie konnten ohne Druck, völlig frei und mit großem Spaß an ihre Darbietung gehen, was man ihnen auch ansehen konnte. Mit einer reinen Damenformation schaffte es der SV Buchholz mit den „Peppers“ auf Platz drei. Ladys-Power und der höchste tänzerische Anspruch in dieser Disziplin zeichneten den Tanz aus. Da sie letztes Jahr noch fünfte wurden, war die Freude über den dritten Platz natürlich umso größer.

Die Showtanzgruppe "Tanztreu" vom TV Lauingen.

Der aufregende Turniertag endete kurz nach Mitternacht. Glücklich und mit wahnsinnig vielen Eindrücken verließen Publikum, Aktive und Ausrichter die Halle. Mehr Fotos vom Turnier findet ihr auf der Garde & Show Facebook-Seite.