Vorbericht: Das große Finale - Deutsche Meisterschaften des BDK

 

Große Halle, große Fangemeinde, große Gefühle – bei der Deutschen Meisterschaft ist immer alles etwas größer. Bereits heute bei dem Jugend- und Juniorenturnier wurde deutlich spürbar, dass das nicht ein Wochenende wie jedes andere ist. Morgen steuert das BDK-Jahr auf seinen Höhepunkt zu und die Ü15-Tänzer tanzen um die begehrten Deutschen Meistertitel. Garde & Show hat einen Tag vor dem Turnier mit Tänzern und Trainern gesprochen und schon mal vorgefühlt, in welche Richtung es morgen gehen kann:

Weites Rund - Bis zu 12600 Zuschauer passen in die Arena Oberhausen. Foto: g&s

Tanzpaare


Mit den Tanzpaaren startet der Tag gleich in eine Disziplin, bei der es extrem spannend werden kann. Als Titelverteidiger gehen Sarah Philips und Christian Müller (KKG Buchnesia Nürnberg) ins Rennen. Sie sind seit drei Jahren ungeschlagen. In der heißen Phase vor dem Turnier haben sie bis zu vier Mal pro Woche trainiert. „Natürlich haben wir das Ziel, unseren Titel zu verteidigen“, verrieten sie Garde & Show. „In Oberhausen 2009 haben wir unseren ersten Deutschen Meistertitel gewonnen und das wollen wir noch einmal schaffen.“ Als größte Konkurrenten für die beiden gelten Selina Hoffmann und Alexej Balzer (Mühlburger CG), welche in den Jahren zuvor vier Mal Deutsche Meister wurden. „Wir haben nur einmal direkt gegeneinander getanzt, das war in Völklingen und da hatten wir nur zwei Punkte mehr“, sagten Sarah und Christian. „Da kann morgen auf jeden Fall alles passieren.“ Die Zweitplatzierten aus dem Vorjahr, Sina Erb und Markus Schieber, sind in diesem Jahr nicht mehr an den Start gegangen, da sie ihre Karriere beendet haben. Im Rennen um das Treppchen sind jedoch unter anderem noch die Drittplatzierten aus dem letzten Jahr, Jessica Kummer und Tobias Kuhn (TSG Bellheim). Wie Trainerin Lisa Hoffmann Garde & Show sagte, plagte Jessica das Verletzungspech. „Aber sie ist eine Kämpferin und ist dann auch schnell wieder ins Training eingestiegen.“

Die "Buchnesia" aus Nürnberg strebt die Titelverteidigung an. Foto: Christian Cambeis

Garden

 

Auch bei den weiblichen Garden gibt es gleich mehrere Favoriten. Die Titelverteidiger kommen aus Neuenkirchen. Sie hatten 2016 und 2015 in dieser Disziplin gewonnen. Die Trainerin der Roten Husaren Neuenkirchen, Melanie Hagemann-Mohr, erzählte von einer turbulenten Saison: „Wir sind mit vielen Verletzungen in die Saison gestartet. Von 30 Tänzerinnen haben teilweise sieben wegen Verletzungen gefehlt. Erst Anfang des neuen Jahres konnten wir unser erstes Turnier in voller Besetzung tanzen. Wir mussten wahnsinnig oft umstellen.“ Trotzdem heißt das klare Ziel: Titelverteidigung. Und die Punktzahlen der letzten Turniere geben diese auch her. Mit fast 400 Fans im Rücken ist Neuenkirchen angereist. „Sogar der Bürgermeister ist mitgefahren“. Da steht der ganze Ort hinter den Tänzern. Als Süddeutsche Meister und Vorjahreszweite ist die weibliche Garde der KKG Buchnesia Nürnberg stärkster Konkurrent. Bei den Franken lief die Saison von Anfang an störungsfreier. Trainerin Ruth Angermeyer sagte Garde & Show: „Es war eine sehr schöne Saison für uns, weil sie so erfolgreich war. Nach dem zweiten Platz im letzten Jahr wäre es toll, wenn wir auch hier den Titel holen könnten.“ Bei den gemischten Garden bleiben wir gleich bei Nürnberg. Denn unangefochten auf Platz eins steht in dieser Saison die gemischte Garde der Buchnesia. Mit bis zu 30 Punkten Abstand zu den anderen Gruppen tanzt sie einsam an der Spitze. Wenn man ehrlich ist, muss da schon viel schiefgehen. Ansonsten sollte ihnen der Titel sicher sein.

Liana Wolf tanzt erst seit dieser Saison bei den "Großen", wird sie auch gleich Deutsche Meisterin?  Foto: Heiko Kempe

Tanzmariechen

  

Ganz anders als bei den gemischten Garden ist es bei den Solistinnen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Katharina Theil (DJK Oberasbach), die in den letzten beiden Jahren bei der Ü15 Deutsche Meisterin wurde, und Liana Wolf (DJK Schwabach), die Juniorenmeisterin der letzten Jahre. Beide schenkten sich in der Saison nichts. Das sieht auch Liana so: „Es kann alles passieren, mal hatte Katharina mehr Punkte, mal ich. Aber ich will mich da nicht unter Druck setzen, sondern einfach Spaß haben auf der Bühne und es genießen.“ Ähnlich sieht es bei Katharina aus: „Natürlich wäre es schön, nochmal einen richtig guten Tanz auf das Parkett zaubern zu können und damit Publikum wie auch Jury gleichermaßen zu überzeugen. Denn ehrlich gesagt hat man dafür ja auch das ganze Jahr fleißig trainiert.“ Auch die Vorjahreszweite, Kirsten Orth (Mülburger CG), würde gerne nochmal angreifen: „Ich will ganz viel Spaß haben und auf dem Treppchen stehen. Natürlich würde ich mich sehr freuen, meinen aktuellen Vize-DM-Titel verteidigen zu können, dafür gebe ich alles. Ich weiß aber auch, dass die Konkurrenz sehr groß ist und wünsche allen Startern nur das Beste.“ Die Norddeutsche Meisterin, Samira Hermanns (Alsdorfer Tänzer), geht ebenfalls optimistisch an die Sache: „Ich weiß, dass ich als Norddeutsche Meisterin nicht Vize-Deutsche-Meisterin werde. Aber es gibt fünf bis sechs Mariechen, bei denen ich mittanze. Und es wäre toll, wenn ich dieses Feld anführen könnte.“ Samira hat in dieser Saison 13 Turniere getanzt und davon zehn gewonnen.

 

Schautänze

 

Bei den Schautänzen tritt der Deutsche Meister aus dem Vorjahr mit einem neuen Tanz an: „Tief gefallen“ vom KC Röttenbach. Die Gruppe hat in den letzten Wochen drei- bis viermal pro Woche trainiert. Trainerin Ivonne Gedigk sagte Garde & Show: „Dadurch, dass wir einen neuen Tanz gemacht haben, haben wir in der Saison permanent etwas geändert. Allein der Einmarsch wurde viermal geändert. Wir konnten auch mit dem Training erst so richtig im Mai beginnen, was sehr spät ist. Aber wir haben uns im Laufe der Turniere gesteigert und sind jetzt bei einer Höchstpunktzahl von 478 Punkten, so viele hat jetzt noch niemand getanzt.“ Neben den Süddeutschen Meistern Buchnesia Nürnberg, kann auch beim Vorjahresdritten aus Knielingen alles passieren. Sie gehen mit dem Tanz „Wir wählen die Freiheit“ das zweite Jahr an den Start. Trainerin Beate Smoljanac sagte, das große Ziel, mit allen Altersgruppen und Tänzen bei der DM dabei zu sein, haben sie schon erreicht. „Aber natürlich hoffen wir aufgrund der sehr erfolgreichen zurückliegenden Saison auf den ein oder anderen Treppchenplatz, so ehrlich muss man schon sein. Dafür haben wir – wie alle anderen Tänzerinnen und Tänzer – das ganze Jahr hart und unermüdlich gearbeitet. Das Knifflige daran wird sein, die Leistung auf dem Punkt abzurufen. Aber wir sind guter Dinge. Und eine Sache darf dabei nicht zu kurz kommen: Die DM genießen.“

 

Alle Ergebnisse vom Jugend- und Juniorenturnier findet ihr hier (Quelle: garde2000.de)

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